Das Tier ist unter uns

Hätte gar nicht gedacht, dass es wirklich mal so weit kommt, weil es sich im Oktober noch so weit weg angefühlt hat, aber: Seit knapp 48 Stunden bin ich Hundebesitzerin. Meinen alten Schlafrhythmus und meine liebste Sofadecke habe ich geopfert für eine schwarz-weiß-braune Bauernhofschönheit namens Neville, die in dieser Sekunde friedlich schlafend neben mir auf dem Sofa liegt. Gerade habe ich einmal kurz die Corona-Karte meines Vertrauens geöffnet und festgestellt, dass die 7-Tage-Inzidenz für Kiel inzwischen bei 105,8 liegt. Als M. und ich den Hund im Oktober kennengelernt haben, war diese Zahl gerade frisch auf ihren April-Wert geklettert, ich war beunruhigt, bitte kein Weltuntergang bis Dezember, habe ich gedacht, und nun überlagern sich Meldungen von verhängten nächtlichen Ausgangssperren in verschiedenen Bundesländern mit Textnachrichten von Freundinnen, die im Einzelhandel arbeiten, wo es sich anfühlt, als wäre das Weihnachtsgeschäft virenabweisend. Ich will eigentlich weder ein Corona- noch ein Haustiertagebuch schreiben, aber ein Haustiertagebuch wäre definitiv die erquicklichere Beschäftigung. Es ist wirklich nicht leicht, Nerven UND Street Credibility zu bewahren, wenn draußen die Welt unterzugehen scheint, aber wir immer noch nicht bei vollem Lohnausgleich frei bekommen, bis das schlimmste ausgestanden ist.

Outtakes (2)

Die Handynotizen sind vorläufig aufgebraucht und alle anderen mobilen Textfragmente noch in potenzieller Erstverwendung, aber weil das hier mein 100. Eintrag auf diesem Blog ist, habe ich hier ein weiteres Outtake aus der Erzählung, in der u.a. ein Fahrrad geklaut wird (allerdings von meiner Festplatte und nicht von meinem Smartphone). Der Moment nach dem Fahrraddiebstahl, der in der eigentlichen Geschichte sehr knapp abgehandelt wird, bekommt hier ein bisschen mehr Raum. Außerdem gibt es Koch- und Ernährungstipps sowie eine dritte unglückliche Liebschaft, die es ebenfalls nicht in den Haupttext geschafft hat. Viel Vergnügen damit!

Das waren fünf Minuten, dachte ich. Fünfeinhalb vielleicht. Wie schnell kann das Verbrechen in dieser Stadt schon sein? Eine Weile stand ich dort und starrte auf den Fahrradständer, auf dem ein ausgeblichener FCK AFD-Sticker klebte und an dem noch ein anderes Fahrrad lehnte, ein hellgrünes Mountainbike, gesichert mit einem teuer aussehenden Bügelschloss, bis mich eine Stimme aus der Schockstarre riss.
„Entschuldigung, habensen bisschen Kleingeld?“
Ich drehte mich um und blickte in das Gesicht eines älteren Herrn mit Tränentattoo, der mir erwartungsvoll ein leeres, abgewetztes Portmonee entgegenstreckte und der mir irgendwie vertraut vorkam.
„Weiß nicht, mal gucken“, antwortete ich und begann, in meiner Jackentasche zu kramen, obwohl ich wusste, das darin nur ein paar Kaugummis und alte Taschentücher waren. „Nee, leider nicht. Tut mir leid!“
„Alle sind so geizig heutzutage“, sagte er. „Dabei mache ich sogar Kunststücke für die Leute!“
Auf seinen roten Inlineskates, die ich bis eben gar nicht bemerkt hatte, rollte er überraschend flink davon, und da fiel es mir wieder ein: Letzte Woche hatte er mich noch auf einem Tretroller verfolgt.

Ich lief noch einmal alle Fahrradständer auf dem Supermarkt ab, obwohl ich bereits ahnte, dass es aussichtslos war. Wäre es angemessen, jetzt auf der Stelle in Tränen auszubrechen?, fragte ich mich, als mir dämmerte, dass mir nichts anderes blieb, als zu Fuß nach Hause zu gehen. Also ging ich, und als ich auf der anderen Straßenseite Justus erblickte, mit dem mich trotz unserer aufgelösten amourösen Verwicklung noch genug verband, dass ich ihm jetzt gern mein Leid geklagt hätte, winkte ich ihm überschwänglich und machte ein paar Schritte in seine Richtung. Er winkte fröhlich zurück, doch dann sah ich, dass er gar nicht alleine war, also rief ich „Sorry, keine Zeit für Smalltalk!“ und kehrte zurück auf meine Spur. Als ich mich noch einmal vorsichtig umdrehte, sah ich, wie er mit den Schultern zuckte und seine Hand in die hintere Hosentasche seiner Begleitung steckte. 

Zuhause wusste ich gar nicht, worüber ich zuerst nachdenken sollte, also holte erst einmal die rote Paprika, die Zucchini und den Lauch, die ich eingekauft hatte, aus meinem Rucksack und legte sie nebeneinander auf den Küchentisch. Rote Paprika ist die einzige Gemüsesorte, die ich wirklich mag. Für Zucchini hatte ich nie große Gefühle, ich könnte nicht einmal sagen, wie sie schmecken, aber man muss ja Gemüse essen, wegen der Vitamine und wegen der Tiere und kann sich dabei nicht immer nur von Paprika ernähren. Außerdem sind Paprika und Zucchini zusammen schon eine ganz gute Grundlage für ein passables asiatisches Gericht. Angebraten und mit Kokosmilch abgelöscht schon fast ein Thai-Curry, mit Sojasauce beinahe Chop Suey. Ich halbierte die Zucchini und tauschte die eine Hälfte gegen die andere halbe Zucchini aus, die schon seit zwei Wochen im Kühlschrank lag und ganz schrumpelig und auch ein bisschen pelzig geworden war. Die andere Hälfte zerhackte ich in kleine Würfel und warf sie zusammen mit der Paprika und dem Reis von gestern in eine Pfanne. Den Lauch würde ich auf der Arbeitsfläche vertrocknen lassen, genauso wie alle seine Vorgänger. Niemand, der nur für sich allein sorgen muss, braucht so große Zwiebeln, denke ich jedes Mal, wenn ich einenvon ihnen in der Biotonne verschwinden lasse. Leider vergesse ich das beim Einkaufen immer wieder. 

Outtakes (1)

Ich bin fast ein bisschen traurig darüber, dass ich jetzt schon alle meine vergessenen Recherchen abgearbeitet habe, aber es gibt in meinen Handynotizen noch ein paar andere Notatgattungen, z.B. das vor dem Einschlafen im Bett oder außerhalb der Reichweite meines Laptops oder Notizbuchs ins Handy getippte Textfragment. Das allermeiste davon gehört zu Langzeitprojekten, an denen ich immer anfallartig und dann wieder wochenlang gar nicht arbeite und bei denen ich nicht so recht steuern kann, wann die zündende Idee kommt (das meiste fällt mir aber immer dann ein, wenn ich abends schon stundenlang geschrieben und dann endlich den Laptop zugeklappt habe, um schlafen zu gehen). Ich habe eigentlich nur ein einziges Fragment gefunden, das ich vermutlich wirklich nicht mehr verwenden werde, weil die Erzählung, zu der es einmal gehören sollte, schon lange abgeschlossen ist. In diesem Text wird u.a. ein Fahrrad geklaut, was hauptsächlich dazu dienen sollte, die Konzepte „Schicksal“ und „Karma“ literarisch und pseudophilosophisch zu erkunden. An irgendeinem Punkt habe ich mir auch aufgeschrieben, wie die Protagonistin zu ihrem später geklauten Fahrrad gekommen ist, aber dafür nie einen Platz im Handlungsverlauf gefunden (und selbst wenn, hätte ich es an einem anderen Punkt mit großer Sicherheit wieder herausgekürzt). Stattdessen landet es nun in diesem Internet, denn der Struggle, von der Fahrradindustrie übersehen zu werden, ist real.

Als ich nach ein paar Monaten Arbeit endlich genug Geld für ein Fahrrad zusammen hatte, das sich nicht in absehbarer Zeit in eine totale Schrottmühle verwandeln würde, war es mitunter schwierig, genau so eines zu finden. In den meisten Fahrradläden versuchte man, mich für Räder zu begeistern, die vor allem eins sagten: Ich bin ein verantwortungsbewusster Bürger und Arbeitnehmer und sehe Radfahren nicht nur als wertvolle Ergänzung zur Work-Life-Balance, sondern auch als gesunde Alternative zum Auto. Deshalb muss mein Rad nicht nur genauso viel kosten wie eines, man muss ihm seinen Preis auch ansehen. Mattschwarz als Zeichen für Wohlstand, am besten in Kombination mit Ortlieb-Fahrradtaschen. Keines dieser Fahrräder sprach zu mir, und außerdem waren sie mir alle zu groß. Angesichts dieser zweirädrigen Schlachtschiffe fühlte ich mich bald wie ein vergessener Zwerg in einer Gesellschaft voller riesenhafter Mutanten, als der letzte Hippie, der nicht einsehen wollte, dass Radfahren in den 2010er Jahren nicht nur Qualität und Sicherheit, sondern vor allem eins bedeutete: Krieg. Die lokalen Fahrradhändler behandelten mich herablassend, sie sahen mir an, dass ich keine realistische Kundschaft war. Gemütliche Hollandräder, die perfekt für den Einkauf saisonaler Gemüsesorten aus der Region auf dem Wochenmarkt gewesen wären, bot man mir gar nicht erst an. Dafür waren meine Augenringe zu tief, und sie konnten ja nicht wissen, dass sich hinter meiner unausgeschlafenen Fassade durchaus die Bemühung versteckte, mich gesund zu ernähren. Erst, als ich mich mit meinem Schicksal abgefunden hatte und versuchten wollte, mich in eines dieser mattschwarzen Schlachtschiffe aus der unteren Preisklasse zu verlieben, entdeckte ich plötzlich ein kleines, dunkelrotes Fahrrad am Rand eines Schaufensters.

November/Dezember

Formel zur Berechnung der Gräue einer Stadt:
(Straßenbelag x Häuserfassaden) + Himmel

Formel zur Berechnung der qualitativen Dunkelheit eines Tages:
(Uhrzeit Sonnenuntergang)2 + Stadtgräue

Formel zur Berechnung der akuten Winterschwere:
(Qualitative Dunkelheit + Luftfeuchtigkeit)3 + Verdrießlichkeit

Vergessene Recherchen (3)

Christa Wolf Tagebuch (Zitat mit Punkten) (Leider bin ich jetzt gerade erst dabei, mich in Christa Wolfs Texte zu stürzen und keinen blassen Schimmer, in welchem ihrer Tagebücher etwas mit Punkten stehen könnte, aber vielleicht finde ich dieses ominöse Zitat mit Punkten ja tatsächlich irgendwann wieder.)

Ich bin mit mir seit gestern nur noch entfernt verwandt (doris kreutzer) (Das Zitat stammt aus dem Film Der Boden unter den Füßen, die Urheberin dieses Verses konnte ich im Internet leider nicht mehr finden:)

@1300uptocircleboy bei Instagram angucken (Habe ich gefunden, allerdings ist das Profil privat)

Sulaiman Ibrahim – 1. Afrikaner, der überhaupt je Film studiert hat (in Russland) (Habe ich in dem Dokumentarfilm Talking about Trees gelernt.)

„A history that has been cut is still history, and a text that has been destroyed is still a text“ (Regisseur von The Shadow Play) (Ein sehr komplizierter Film über irgendwas mit Immobilienhaien und Business-Filz in China. Der Regisseur heißt, wie ich jetzt durch googlen herausgefunden habe, Ye Lou.)

Frankfurter Frauen Filmtage —> dieses Jahr zum ersten mal (sic) (Hoffentlich kann ich da irgendwann mal hin!)

Julie – Anna Calvi (Offenbar aus dem Soundtrack von The Souvenir, von dem ich gar nicht weiß, ob der in Deutschland überhaupt einen Kinostart hatte.)

Nerdsoup death predictions (Hachja, das ist eine Notiz aus der Zeit, als ich mich mit lieben Freund*innen Montags zum Anschauen der katastrophalen 8. Staffel von Game of Thrones getroffen habe. Wie sehr haben wir gelitten! Aber geteiltes Leid ist bekanntlich halbes Leid und schweißt außerdem zusammen, von daher sehr okay.)

Émile Zola: Nana (Hoffentlich vergesse ich nicht, das irgendwann mal zu lesen!)

Tiny Living Festival (Ich bin durch einen Job beim CoWorkLand irgendwie mal bei Tiny Houses hängen geblieben, aber wahrscheinlich wäre das für mich keine geeignete Behausung, es sei denn, ich bekomme noch zwei Tiny Houses für Bücher dazu.)

Vergessene Recherchen (2)

Bent knee —> anhören! Black tar water/ being human (Eine der wenigen Einträge, die ich tatsächlich umgehend gegoogelt habe. Hat sich gelohnt, ich liebe diese Band sehr!)

Shelflife1.bandcamp (Leider weiß ich nicht mehr, wer mir diese Band empfohlen hat, aber meine Recherchen sagen: Es gibt diese Band bei Bandcamp und sie ist sehr gut, und dann gibt es noch drei weitere Bands bei Spotify, die auch so heißen, aber wohl zurecht ein Shelf Life bei diesem Streamingdienst führen)

Else Lasker-Schüler: mein Herz (Das habe ich natürlich auch längst gegoogelt, gekauft und gelesen und bereue nichts. Else Lasker-Schüler schreibt darin u.a., dass sie von der Ananas abstammt. Das klingt zunächst unglaubwürdig, aber nach näherer Betrachtung musste ich ihr recht geben.)

Hexen gegen den Kapitalismus (Monde Diplomatique)

Battle —> norwegischer Tanzfilm (Den hätte ich längst anschauen sollen!)

Karla Paul Solidarität unter Frauen (Ich glaube, es ging da um eine Veranstaltung im Literaturhaus zum 8. März, die ich gern besuchen wollte, dann aus Faulheit aber nicht da war. Stattdessen habe ich dann Karla Pauls Newsletter abonniert. Bereue auch hier wieder nichts!)

WG Sebald „New Directions“ in Credits von türkischem Film bei Woche der Kritik am 7.2. (Ich vermute, es handelt sich dabei um diesen Text. Vielleicht tue ich Sebald Unrecht, aber ich habe von Austerlitz nur die ersten zwanzig Seiten geschafft. Relativ am Anfang fällt das N-Wort. Weiß nicht, welches Lektorat das um 2000 herum noch durchgehen lassen hat, aber ich hatte dann einfach keine Lust mehr weiterzulesen. Leider kann ich mich jetzt jetzt auch nicht mehr daran erinnern, zu welchem Film ich mir diese Notiz gemacht habe)

Wakandafication (Das Wort habe ich letztes Jahr auf der Berlinale in der Diskussion nach dem Screening von „Film Festival Film“ gelernt. Die Berlinale 2019 war insgesamt sehr lernintensiv!)

Mobilegirl

Fantasie und Arbeit —> Buch von Helke Sander und Iris Gussner (Hätte ohne diese Berlinale z.B. vielleicht sehr lange nichts über Helke Sander gewusst.)

Vergessene Recherchen (1)

Wer hat nicht zweitausend Notizen auf seinem Handy mit Dingen, die er*sie ganz dringend mal googlen wollte, es aber bislang nicht getan hat? Ah, interessant, das schreibt ich mir mal auf und guck es zuhause sofort nach (also nie)! Dank einer Mischung aus Pflichtbewusstsein und Langeweile komme ich nun allen Recherchevorhaben nach, die ich mir in meinem Spacephone notiert und dort vergessen habe. Das jeweils erste oder interessanteste Google-Ergebnis ist immer in der Liste verlinkt.

Edelknitter

Buttkicking Babes

28 Zoll, 32cm (Anmerkung: Es ging hier um die Größe eines Ersatz-Fahrradschlauchs, nachdem ich neulich sehenden Auges durch einen Scherbenhaufen gefahren bin. Das Knirschen der Scherben immerhin war toll!)

Stöberecke Buchhandlung (Anmerkung: Support your local bookstore! Wobei dieser Buchladen ca. 3 km von meinem Zuhause entfernt und damit gefühlt in einer anderen Stadt liegt)

wheelmap.org

The Americans Staffel 6 Folge 9 (Anmerkung: Habe mir da offenbar notiert, wo M. aufgehört hat zu gucken, weil ich da immer noch in Staffel 2 feststecke, die Serie ist so kompliziert, aber ich liebe die zwei Hauptfiguren sehr)

Get me Roger Stone! Netflix Doku

CLAYMAN 2020 von In Flames anhören! (Anmerkung: Meine Bandkollegen und ich mögen ungefähr dieselben Metalbands, haben aber extrem auseinandergehende Meinungen darüber, welche Alben gut oder schlecht sind. Habe mir, um ein paar Meinungen nochmal zu re-evaluieren, folgende 31 Stunden lange Playlist bei Spotify angelegt. habe ca. 5 Stunden davon bisher geschafft. Fürchte mich vor der Metallica-Phase. Habe außerdem festgestellt: Ich hasse Tool.)

Helmut Hattlär —> guter Bassist (Anmerkung: Habe diesen Eintrag mit ein paar Rebenschoppen intus angelegt. Helmut Hattler wird leider nicht mit ä geschrieben)

Karl Kraus – was ich meine

Die dritte Walpurgisnacht (Anmerkung: Das hatte wohl etwas mit diesem legendären Hannah-Arendt-Interview zu tun, in dem sie sagt: „Zu Hitler fiel eben jedem etwas ein.“ Karl Kraus schreibt in Die dritte Walpurgisnacht: „Mir fällt zu Hitler nichts ein.“)

Backmatte! (Anmerkung: Super praktisches Küchenzubehör, das ich leider immer noch nicht gekauft habe. Falls jemand mich ob meiner Backmattenlosigkeit bemitleidet: Hier ist meine Amazon-Wunschliste, da steht eine Silikon-Backmatte drauf)

Faderhead (Anmerkung: bin ca. 10 Jahre zu jung, um das wirklich cool zu finden)

Shirley Clarke – Avantgarde-Regisseurin 

Shelagh Delaney – Pop-Ikone (Anmerkung: Eigentlich war sie Autorin, aber: Why not both?)

„In den Dingen, über die man nicht nachdenkt, lauert Brutalität“ (René Kemp: Dich gibts nur dreimal für mich)

Yummy Reservierungsnummer O10 (Anmerkung: Essen war lecker!)

Fvneral Fvkk (gute Doom Band, Anmerkung: Sagt Bandkollege C., der in den letzten Jahren eine teilweise besorgniserregende, aber eigentlich ziemlich entzückende Vorliebe für Popmusik entwickelt hat)

Sonophob

Michael Knight Taqwa Core

Dictionary of Color Combinations

Kurzgeschichte zu Arrival -> Autor raussuchen! (Anmerkung: Soeben getan; der Autor heißt Ted Chiang, der Text eigentlich Story of Your Life)

Vollständiges Halbwissen

In Ermangelung einer netten, inspirierenden Abendgestaltung und weil ein paar neue Bücher nicht da stehen können, wo sie gemäß meiner Systematik im Regal stehen müssten, verbringe ich Stunden damit, mein Bücherregal zu sortieren. Alles, was nicht Sachbuch oder Comic ist, sortiere ich nach Sprachräumen und innerhalb derer nach Geburtsjahren der Autor*innen – habe ich bisher zumindest behauptet bzw. grob eingehalten, war in Wahrheit aber zu faul, die jeweiligen Daten zu recherchieren, wenn sie nicht schnell auffindbar im Klappentext standen. Aus pandemischer Langeweile mache ich diesmal ernst: Während ich alles aus Skandinavien und Frankreich noch auf Basis groben Halbwissens aneinanderreihe, werden im angelsächsischen und im deutschsprachigen Raum nun tatsächlich Jahrgänge recherchiert. Im Folgenden nun ein paar Fun Facts aus meiner umfangreichen Recherche:

  • Virginia Woolf war 8 Tage älter als James Joyce
  • Silvia Plath war 7 Jahre älter als Margaret Atwood
  • Emily Brontë wurde im selben Jahr geboren, in dem Jane Austens Roman Persuasion posthum erschien (nämlich 1818)
  • Ich besitze kein einziges Buch von Autor*innen, die zwischen 1819 und 1862 geboren wurden
  • Erich Kästner war zwei Jahre älter als Marieluise Fleißer
  • Felicitas Hoppe ist zwei Jahre älter als Sybille Berg
  • Die Jahrgänge 1974 und 1986 sind in meinem Bücherregal auffällig stark vertreten

Blaue Nächte

Im Dunkeln aufgewacht mit wütend klopfendem Herzen und sofort begonnen, über die Verhältnisse nachzugrübeln; vermutlich war es ein Albtraum, der mich aus dem Schlaf gerissen hat, vielleicht auch der unterbewusste Hinweis, dass es an der Zeit ist, endlich einer Gewerkschaft beizutreten. Es ist mitten in der Nacht, denke ich, als der Ärgerstrom ganz kurz abreißt, wieso denke ich darüber jetzt nach, ich sollte schlafen, vielleicht mache ich einen Podcast an, vielleicht finde ich doch noch eine ungehörte Folge ZEIT VERBRECHEN, wahrscheinlich werde ich nie wieder einschlafen, den ganzen Tag mit brennenden Augenringen verbringen und nichts schaffen, dabei sollte ich gerade gar nichts schaffen müssen, wieso bin ich eigentlich nicht im Streik? Es scheint relativ hell an den Schlafzimmerjalousien vorbei, wohl schon wieder Vollmond, kein Wunder, dass ich nicht schlafen kann, als ich das letzte Mal geschaut habe, war der Mond ja schon zunehmend. Dass es immer so hell sein muss. Ich hasse Vollmond, zumindest wenn ich schlafen will.

Als ich mein Handy auf dem Nachttisch ertastet habe, stelle ich fest: Es ist 7:20 Uhr. Nur noch knapp 50 Minuten bis zum Sonnenaufgang, wahrscheinlich nur die blaue Stunde, die mich geweckt hat, also alles in Ordnung. Diffus wütend bleibe ich trotzdem den ganzen Tag.

(Nur noch 16 Tage bis Hund!)