Es tut mir leid,

ich habe die letzten Tage/Wochen meinen Kopf so stark um eine bestimmte Entscheidung wickeln müssen (bin traurig, dass es „to wrap somebody’s head around something“ nicht auf deutsch gibt, also schaffe ich hier mal ein paar Fakten durch Sprache), dass ich einfach keine Zeile schreiben konnte. Dabei gab es durchaus viel zu beobachten: Es ist zum Beispiel ALLES voller Mäuse. Meine innerstädtische Mäusesichtungsquote ist in den vergangenen Wochen um ein vielfaches gestiegen. Außerdem war ich beim Arzt wegen eines bösen Hustenleidens, das einfach nicht verschwinden wollte. Er sah mich mitleidig an und verschrieb mir codeinhaltigen Hustensaft. Der Apotheker, bei dem ich das Rezept einlöste, riet mir dazu, mit dem Alkohol am Abend ein wenig vorsichtig zu sein. Ich starrte ihn irritiert an, es war Montag, ich hätte den ganzen Tag keinen Gedanken an Alkohol verschwendet, wenn er das Thema nicht angesprochen hätte. Letzte Woche kam es dazu, dass ich ganz spontan geimpft werden konnte. Der Impfarzt wies mich darauf hin, dass ich erst schauen soll, wie ich mich fühle, wenn ich in den nächsten Tagen „mit Freunden anstoßen“ wolle. Diese Omnipräsenz von Alkohol ist wirklich zermürbend (und ich allergisch gegen Bier und damit auch gegen einen fundamentalen Anteil gesellschaftlichen Zusammenhalts). Ich hoffe einfach, nach erfolgreicher Entscheidungsfindung nun wieder einen Kopf für einen Schreiballtag zu haben. Peace out!

Ein Gedanke zu “Es tut mir leid,

  1. Die fiesesten Cliffhanger sind ja die, die gleich am Anfang stehen. Da denkt eins also, oh, das ist aber jetzt interessant, um WELCHEN Entscheidungspoller das Hirnseil der Ich-Erzählerin fest geschlungen wurde (um das schöne Bild noch etwas anzumaritimisieren), das wird bestimmt in dem folgenden, wenn auch knappen Text, aufgeklärt. Aber nix da, kein Wort mehr, welche Entscheidung vom Kopf geknebelt wurde. Stattdessen werden die sattsam bekannten, deshalb aber nicht weniger unangenehmen Auswirkungen falschen Alkohols am falschen Ort zur falschen Zeit ins auch halbleer immer noch nicht halbvolle Glas gepütschert. Naja, muss der/die Leser*in halt weiter am anfangs aufgerichteten Cliff hängen.

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