Eher Skulptur als Text

Gestern völlig unproduktiv gewesen, heute früh aus einem Albtraum erwacht: Wir machen eine Online-Lesung mit der Schnipsel-Redaktion und ich werde dazu aufgefordert, doch meinen Text vorzulesen, der „zwar eher eine Skulptur sei als eine Erzählung mit Handlung, aber doch recht unterhaltsam“. Ich habe den Text gar nicht zur Hand, vor allem nicht in der angeforderten Version. Von der Zeitschrift, in der er veröffentlicht wurde, haben alle nur die Poster-Ausgabe dabei, in der mein Text nicht enthalten ist (weil zu lang). Ich muss ihn umständlich aus meiner Dropbox hervorkramen und will wissen, ob sich das lohnt. „Wie viele Leute hören noch zu?“, frage ich. Es müssen schon mindestens 15 Minuten vergangen sein (manche Träume sind quälend lang). Nur fünf Leute sind noch eingeloggt. Ist diese Handvoll Menschen so dringend auf meinen Text angewiesen? Ich flüchte auf den Balkon, der fast doppelt so groß ist wie die Wohnung, aus der wir senden. Es gibt dort Kuchen, von dem ich nicht weiß, wie alt er ist, aber ich nehme trotzdem ein Stück. Ich wache auf mit dem Gefühl, eigentlich alle meine Texte noch einmal überarbeiten, alles einfach viel besser machen zu müssen und mit dem gleichzeitigen Wissen: Das wird heute nicht passieren.

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