Das Tier ist unter uns

Hätte gar nicht gedacht, dass es wirklich mal so weit kommt, weil es sich im Oktober noch so weit weg angefühlt hat, aber: Seit knapp 48 Stunden bin ich Hundebesitzerin. Meinen alten Schlafrhythmus und meine liebste Sofadecke habe ich geopfert für eine schwarz-weiß-braune Bauernhofschönheit namens Neville, die in dieser Sekunde friedlich schlafend neben mir auf dem Sofa liegt. Gerade habe ich einmal kurz die Corona-Karte meines Vertrauens geöffnet und festgestellt, dass die 7-Tage-Inzidenz für Kiel inzwischen bei 105,8 liegt. Als M. und ich den Hund im Oktober kennengelernt haben, war diese Zahl gerade frisch auf ihren April-Wert geklettert, ich war beunruhigt, bitte kein Weltuntergang bis Dezember, habe ich gedacht, und nun überlagern sich Meldungen von verhängten nächtlichen Ausgangssperren in verschiedenen Bundesländern mit Textnachrichten von Freundinnen, die im Einzelhandel arbeiten, wo es sich anfühlt, als wäre das Weihnachtsgeschäft virenabweisend. Ich will eigentlich weder ein Corona- noch ein Haustiertagebuch schreiben, aber ein Haustiertagebuch wäre definitiv die erquicklichere Beschäftigung. Es ist wirklich nicht leicht, Nerven UND Street Credibility zu bewahren, wenn draußen die Welt unterzugehen scheint, aber wir immer noch nicht bei vollem Lohnausgleich frei bekommen, bis das schlimmste ausgestanden ist.

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