My Schleimpilz Diaries

In der Rosmarin-Pflanze aus dem Supermarkt lag schon länger etwas grünes auf der Erde, aber ich registrierte es immer nur aus dem Augenwinkel. Wahrscheinlich nur ein heruntergefallenes Blatt von den umliegenden Pflanzen, oder vielleicht sogar ein neuer Trieb! Ich habe den Rosmarin Anfang März gekaut, und dass er als Supermarktpflanze überhaupt so lang überlebt, wundert mich so sehr, dass ich seine neue Bodenbegrünung gar nicht so sehr hinterfrage. Erst, als ich neulich beim Aufräumen ein paar Pflanzen hin und her schob, entdeckte ich, was sich dort ausgebreitet hatte: Kein heruntergefallenes Blatt, eher eine Art grüner Fladen mit trichterförmigen Löchern, für die sonstige Textur der Oberfläche habe ich bis heute keine Worte. Entsprechend schwer war es, per Suchmaschine herauszufinden, was das sein konnte (kann bitte endlich jemand Shazam für Gewächse entwickeln?). „Grünes Ding Boden Erde Topf Rosmarin Supermarkt“ brachte kein aufschlussreiches Ergebnis. Ich machte also ein Foto und teilte es bei Instagram. Dort bekam ich den Hinweis, es könne sich um einen Schleimpilz handeln, die würden vor allem auf zu stark gegossenen Pflanzen bestens gedeihen. Vorsichtig befühlte ich die Erde im Topf, da, wo das grüne Ding nicht lag. Sie war deutlich zu nass. Ich googelte kurz „Schleimpilz“, las nur die erste Zeile des Wikipedia-Artikels („Die Schleimpilze (Mycetozoa oder Eumycetozoa) sind ein Taxon einzelliger Lebewesen, die in ihrer Lebensweise Eigenschaften von Tieren und Pilzen …“), topfte den Rosmarin sofort um und verbannte ihn auf den Balkon. Die alte Erde mit dem mutmaßlichen Schleimpilz entsorgte ich im Biomüll. So schleimig kam er mir gar nicht vor, dachte ich, als ich einen letzten Blick auf ihn warf, die Oberfläche sah bei genauerem Hinsehen eher moosig aus, aber sicher ist sicher. Besser weg damit.

Dem Rosmarin scheint es auf dem Balkon genauso gut zu gehen wie auf der Fensterbank. Er hat einige neue Blätter (oder Nadeln?) bekommen und keinerlei trockene Stellen. Als ich mir gestern jedoch für mein Mittagessen ein bisschen von ihm abzupfte, bemerkte ich: Auf der Erde im Topf wuchs etwas grünes, nur etwas mehr als stecknadelkopfgroß, aber der Farbton und die Textur kamen mir erschreckend bekannt vor.

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