Spontanvegetation

Ich öffne dieses Textdokument, weil ich eigentlich wieder einmal meinem Unbehagen gegenüber WURZELN Ausdruck verleihen wollte, aber noch während ich die notwendigen Klicks mache, fällt mir auf, dass SAMEN eigentlich mindestens genauso unaufhaltsam in ihrer Verbreitung sind. Vor ein paar Monaten habe ich ein Bananenpflanzenkind von seiner Mutter getrennt und in einen eigenen Topf gepflanzt. Einige Wochen nach dieser Umtopfaktion bemerkte ich, dass in diesem Topf Unkraut wuchs, oder Spontanvegetation, wie der gärtnerisch korrekte Ausdruck lautet. Ich war erstaunt, der Blumentopf stand schließlich drinnen, es war Februar, das Gewächs konnte eigentlich gar nicht existieren, also unternahm ich nichts, teils aus Neugier, teils aus Faulheit.

In besagtem Blumentopf befinden sich nun eine eher kleine Bananenpflanze, deren Blätter an manchen Stellen schon ein bisschen bräunlich sind, und eine knapp 70 cm hohe Kornblume, die sich bester Gesundheit erfreut. Ich weiß nicht, wie üblich es ist, Kornblumen als Topflanzen zu haben, finde es aber eigentlich ganz hübsch. Vermutlich wird es auch nicht die letzte Kornblume sein, die den Weg in mein Wohnzimmer findet, denn wie ich gestern feststellen musste, stand der Sack mit der Blumenerde den ganzen Winter über offen auf dem Balkon unter einem Hängetopf mit verblühten Kornblumen, die ich aus Faulheit nie entsorgt habe. Ich denke, die Verbreitungskette ist hiermit zumindest geklärt.

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