Ein Gletscher als Haustier

Der Tag beginnt mit einer der nervenaufreibendsten Aufgaben, die man als Kino-Mitarbeiter*in haben kann: Die Eislieferung möglichst schnell und gleichzeitig möglichst platzsparend in die Eistruhe verstauen, in der es grundsätzlich zu wenig Platz gibt und in der widerspenstiges, erratisch auftretendes Packeis den Weg zum Geheimfach für die Extrapackung Eiskonfekt versperrt. Als ich mit meiner Gewalt am Ende bin, rückt der Kollege dem Gletscher mit einem Theatermesser und einem Hammer zu Leibe. Wir domestizieren den Gletscher in unserem Büro-Waschbecken und schließen Wetten darauf ab, wann er vollständig geschmolzen sein wird. Ich setze auf einen sehr kurzen Zeitraum und verliere. Diese Fehleinschätzung liegt in dem begründet, was ich schon seit meiner Liza-Simpson-Jugend über Gletscher/Polkappen weiß und was Gottseidank mittlerweile eine weitere, wenn auch immer noch nicht ausreichende Verbreitung gefunden hat: Gletscher schmelzen heutzutage deutlich schneller als Menschen zu der Erkenntnis kommen, dass dies tatsächlich ein Problem für sie oder andere werden könnte.

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